Mit dem Smartphone auf historischer Route

Am Bruchsaler Schloss und in Bad Schönborn: „Bertha Benz Memorial Route“ mit QR-Code-Tafeln bestückt

Bruchsal (htz/psp). Dominic Fischer drückt dem Leiter der Staatlichen Schlösser und Gärten, Michael Hörrmann, beim Pressetermin sein Smartphone in die Hand. Mit dessen Fotofunktion kann der „Schlossherr“ den QR-Code auf der vom ADAC gestifteten Infotafel einscannen. In Sekundenschnelle erscheint auf dem Handy-Display das prächtige Barockschloss mit weiterführenden touristischen Hinweisen und Informationen zum weiteren Verlauf der „Bertha Benz Memorial Route“, der geschichtsträchtigen nordbadischen Ferienstraße, die auch am Bruchsaler Schloss vorbeiführt. Fischer hat sich mit seiner innovativen südbadischen Firma „Maqnify sites worth seeing“, dem digitalen Tourismus verschrieben Um das Potenzial des Angebots für Besucher weiter auszuschöpfen, entwickelt er zeitgemäße Stadtmarketingkonzepte. Gemeinsam mit den Initiatoren des Vereins „Bertha Benz Memorial Route“ wurden entlang der 194 Kilometer langen historischen Strecke 31 Tafeln aufgestellt, die mit den quadratischen QRCodes bestückt sind. So soll die Route für Touristen noch interessanter gestaltet werden.

MARKETING MIT WISCHTELEFON: Michael Hörrmann und Imelda Kosalla (SSG) mit Edgar Meyer, (Bertha BenzRoute) mit Helmut Dreher (ADAC) und Entwickler Dominic Fischer (von links).

Unter anderem wird auf weitere Sehenswürdigkeiten der Umgebung hingewiesen. Das 20 mal 40 Zentimeter große Hinweisschild ist ab sofort frei zugänglich am Torwärterhaus der Bruchsaler Schlossanlage zu finden, das als „wichtiger Knoten in der kulturellen Vernetzung dient“, so Hörrmann. In den Genuss kommen allerdings nur die Besitzer eines modernen Smartphones. Eingefleischte Oldtimerfreunde gehen diesbezüglich leer aus. In Bad Schönborn weisen gleich zwei neue „QR-Schilder“ auf Sehenswürdigkeiten und touristische Angebote rund um die „Bertha Benz Memorial Route“ hin. Neben dem Standort Rochuskapelle in Mingolsheim wurde nun auch ein Schild an der ehemaligen, im Weinbrennerstil erbauten „großherzoglichen Curapotheke“ in Langenbrücken installiert. Hier konnte Erfinder-Gattin Bertha Benz den Tank ihres Wagens mit Ligroin, das damals in den Apotheken als Waschbenzin erhältlich war, auffüllen, was ihre Weiterfahrt ermöglichte. Nach der Stadtapotheke Wiesloch war dies bekanntlich die zweite Tankstelle für das erste Automobil der Welt. (Die Bruchsaler Rundschau berichtete.) Das QR-Schild informiert zum Beispiel über die Posidonienschiefergrube und den historischen Kursaal Sigel und könne „Strahlkraft in den Ort“ haben, so der Leiter der Touristinformation, Klaus Heinzmann. Auch für die geplante Ortskernsanierung Langenbrücken könne Bertha Benz eine Rolle spielen. So ist eine Skulptur für die neu zu schaffende Ortsmitte denkbar, so Helmut Hausberger, der sich mit der Historie beschäftigt. Zunächst sei in Bad Schönborn aber vorgesehen, die vorläufige Bertha-Benz-Gedenktafel vor der ehemaligen Curapotheke durch ein Bronzerelief, geschaffen von dem einheimischen Künstler Friedrich Dickgießer, zu ersetzen, so hieß es.

Text: htz / psp | Foto: htz
Erschienen in: Badische Neueste Nachrichten Bruchsal vom Samstag, 12. April 2014