Stadtführung per Mobiltelefon

Heide – Er ist 2,8 Kilometer lang, umfasst zehn Stationen und dauert eine Stunde: der neue digitale Stadtrundgang durch die Kreisstadt. Was man dafür braucht? Ein Mobiltelefon, das QR-Codes lesen kann.

Probierten den QR-Code am Schuhmacherort gleich aus (v.li.): Dominic Fischer (Maqnify), Bürgermeister Ulf Stecher, Marion Pewe (Stadtmanagement), Bent Nicolaisen (Raiffeisenbank-Heide-Stiftung) und Annett Resow (VR Bank Westküste eG). Foto: Schmid

So funktioniert es: Es ist die Kamerafunktion des Mobiltelefons zu nutzen, um den QR-Code ins Visier zu nehmen. Sollte das Gerät die Lesefähigkeit dafür besitzen (QR-Scanner), erscheint im Bildbereich ein Feld, auf das geklickt werden muss. Daraufhin öffnet sich die Internetseite (www.heide-entdecken.de) mit Informationen zur jeweiligen von zehn Stationen. Dazu gehören unter anderem das Alte Pastorat, die St.-Jürgen-Kirche, das Postelheim und die Museumsinsel. Ist im Mobiltelefon die Standortfreigabe erteilt, „wird der eigene Standort auf dem Stadtplan sichtbar“, erläutert Dominic Fischer vom süddeutschen Unternehmen Magnify, das den digitalen Stadtrundgang technisch realisiert hat.

Mehr als ein Jahr hat die Entwicklung des neuen Angebots gedauert. Die Idee kam von der Raiffeisenbank-Heide-Stiftung, die mit der Idee an die Stadt und das Stadtmanagement herangetreten ist. Grundidee sei gewesen, so Nicolaisen, mehr Attraktivität im Bereich des Marktplatzes zu schaffen. Dafür hat die Stiftung 75 Prozent der Kosten in Höhe von 20 000 Euro bezahlt. Die restlichen 5000 Euro übernimmt das Stadtmanagement.

Auch für die Stadt ein Glücksfall, denn laut Bürgermeister Ulf Stecher (CDU) hätte man das Vorhaben mit eigenen Mitteln nicht finanzieren können. Gerade in Zeiten, in denen die Kreisstadt vom touristischen Boom in Büsum profitiere, ist der digitale Stadtrundgang aus seiner Sicht für Heide „ein touristischer Meilenstein in der digitalen Welt“. Ein Faltblatt, das unter anderem in der Tourist-Information ausliegt, informiert den Gast und Interessierten über die Stationen der Tour. Darunter befinden sich außer den genannten historischen Orten auch der Wasserturm, das Brahmshaus, der Wulf-Isebrand-Platz, das Dreetörn Hus, der Marktplatz und der Schuhmacherort. Auch ausländische Gäste und Stadtbesucher können übrigens mit dem Handy die Stadt erkunden, denn die Informationen der Internetplattform gibt es auch in Englisch und Dänisch.

Für Stiftungsvorstand Bent Nicolaisen könne dies nur der Anfang sein. Er kann sich auch einen digitalen Stadtrundgang speziell für Studenten in der Stadt oder Sportler vorstellen – von einem Bummel durch die Heider Geschäftswelt ganz zu schweigen.

Text/Foto: Stefan Schmid
Erschienen in: Boyens Medien am Donnerstag, 23. November 2017