Digitale Entdeckungstour

Tourismus modern: Die Stadt bietet seit Sommer einen digitalen Stadtrundgang an und hat an vier Stellen in der Altstadt ihre ausgehängten historischen Stadtpläne erneuert. Wer davorsteht, kann die darauf abgebildeten QR-Codes von seinem Smartphone ablesen lassen und erhält dann zusätzliche Infos, zum Beispiel zu historischen Gebäuden.

Auf den Platten mit den historischen Stadtrundgängen befindet sich jeweils ein QR-Code. Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim. An QR-Codes kommt heute niemand mehr vorbei. Auch die Stadt geht mit der Zeit. Sie hat die Pläne für die historischen Stadtrundgänge beziehungsweise die Infos zu den Sehenswürdigkeiten zwischen Scheffelstraße und Entegast auf den neuesten Stand gebracht.

„2007 hat die Stadt anlässlich der 1200-Jahrfeier historische Stadtpläne aufgelegt“, erläuterte gestern Fachbereichsleiter Jürgen Sänger bei einem Pressegespräch im Rathaus. Damals sei die erste urkundliche Erwähnung der Stadt gefeiert worden, erinnerte Museumsleiterin Ulla Schmid.

Der mittlerweile verstorbene Grafiker Helmut Scaruppe habe seinerzeit die Idee dazu gehabt und in liebevoller Arbeit einen historischen Stadtplan der alten Markgrafenstadt gezeichnet – statt Hausnummern sehen die Touristen darauf die Häuser und Kirchen schön gezeichnet. An vier Standorten – beim Stadtbüro, beim städtischen Museum, auf Höhe der Hebelschule und bei den Rathausarkaden – ist jeweils der von Scaruppe gezeichnete historische Stadtplan auf Platten aufgehängt. Diese Platten seien verblasst und deshalb nun erneuert worden. Gleichzeitig sind sie mit einem QR-Code versehen worden, der Touristen einen modernen Weg hin zu Infos über die geschichtlich relevanten Gebäude in der Altstadt ermöglicht.

Rundgang im Internet schon 900-mal aufgerufen

Digitale Stadtrundgänge sind auch über die Internetseite der Stadt möglich; auch auf der „Südwärts“-Seite findet sich ein Link darauf. Die städtische Touristikexpertin Jutta Hofmann hat hier mit Dominic Fischer von der Firma „Maqnify sites worth ­seeing“ in Emmendingen zusammengearbeitet, die schon für viele Kommunen digitale Stadtrundgänge ausgearbeitet hat.

Und so, wie die Faltkarten für die von Helmut Scaruppe gezeichneten historischen Entdeckungstouren durch die Stadt bei Touristen sehr beliebt sind, die das Stadtbüro aufsuchen, so begehrt sind auch die digitalen Stadtrundgänge: Schopfheim gehöre zu den Kommunen, bei denen die digitalen Rundgänge vergleichsweise oft angeschaut würden: Der Rundgang von Schopfheim wurde seit dem Sommer circa 900-mal aufgerufen.

Am städtischen Museum in der Wallstraße ist eine der vier Platten mit dem historischen Stadtrundgang angebracht. Fotos: Petra Martin

Dies wird wohl auch mit den QR-Codes so sein, die auf den neuen historischen Plänen abgebildet sind, die an den genannten Standorten in der Altstadt aufgehängt wurden. Befindet sich ein Gast zum Beispiel gerade vor dem Museum, das aber zu diesem Zeitpunkt geschlossen hat, dann kann er übers Smartphone zusätzliche Informationen erfahren, betonte Jutta Hofmann. Auch auf den Stelen des Fußgängerleitsystems sind die Codes für die historischen Stadtrundgänge drauf.

Einen Link zu Schopfheim gebe es auch über die Internetseite der Tourismus GmbH Baden-Württemberg, wie Jutta Hofmann mitteilte. Wer einen digitalen Stadtrundgang unternimmt, wird auch auf aktuelle Veranstaltungen hingewiesen. Der digitale Stadtrundgang wird fortlaufend erweitert. So sollen dort 2018 Tondokumente abgespeichert werden, und zwar vom historischen Tafelklavier und dem historischen Musikautomaten.

„Der digitale Stadtrundgang macht neugierig“

Die Erfahrung zeige indes, dass der digitale Stadtrundgang der Stadt nichts nehme, unterstrich Jutta Hofmann abschließend. Im Gegenteil: Der virtuelle Stadtrundgang mache neugierig. Die sinnliche Erfahrung eines Spaziergangs durch die Altstadt kann das Internet sowieso nicht ersetzen.

Die Stadt Breisach, die den digitalen Stadtrundgang schon seit drei Jahren anbietet, konnte berichten, dass dort deshalb nicht weniger Gäste aufkreuzen.

Text/Foto: Petra Martin
Erschienen in: Markgräfler Tagblatt / Die Oberbadische am Mittwoch, 20. Dezember 2017